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Was ist Regenerationsmedizin?

Neue Hoffnung für neurodegenerative Erkrankungen

Was ist Regenerationsmedizin?

Regenerationsmedizin: Neue Hoffnung für neurodegenerative Erkrankungen

Die Regenerationsmedizin ist ein aufstrebender Zweig der medizinischen Forschung, der darauf abzielt, die natürlichen Heilungs- und Regenerationsprozesse des menschlichen Körpers zu verstärken und zu beschleunigen. Durch den Einsatz von Stammzellen, Gewebezüchtung und innovative Gehirnstimulations-Verfahren wie z. B. der Transkraniellen Pulsstimulation konzentriert sich die Regenerationsmedizin darauf, entweder beschädigtes oder erkranktes Gewebe zu ersetzen und/oder den Körper zur Selbstheilung anzuregen. Nachfolgend geben wir eine Übersicht über den aktuellen Stand der Regenerationsmedizin im Bereich der neurodegenerativen Erkrankungen und zeigen auf, welche Techniken das Potenzial haben, den Verlauf dieser bisher unheilbaren Zustände zu verändern.

Neurodegenerative Erkrankungen: Eine wachsende Herausforderung

Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, die verschiedenen Formen der Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose oder Zustand nach Schlaganfall betreffen weltweit Millionen von Menschen. Sie alle sind durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet, was zu kognitiven und motorischen Beeinträchtigungen führt. Bisher gibt es keine Heilung für diese Erkrankungen, und die bisher verfügbaren Therapien konzentrierten sich hauptsächlich auf die Linderung der Symptome.

Stammzellen: Schlüsselakteure in der Regenerationsmedizin

Stammzellen sind undifferenzierte Zellen, die das Potenzial haben, sich in verschiedene Zelltypen des Körpers zu verwandeln. In der Regenerationsmedizin werden sie als entscheidendes Werkzeug zur Reparatur und Wiederherstellung von geschädigtem Gewebe betrachtet. Bei neurodegenerativen Erkrankungen besteht die Hoffnung, dass Stammzellen dazu verwendet werden können, verlorene Nervenzellen zu ersetzen und das Gehirn wiederherzustellen.

Aktuelle Ansätze bei der regenerativen Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen

Stammzelltransplantation: Die Transplantation von Stammzellen –  meist mesenchymale Stammzellen oder induzierte pluripotente Stammzellen (iPSCs) –  in das Gehirn hinein ist einer der vielversprechendsten Ansätze. Studien haben gezeigt, dass diese Zellen das Potenzial haben, sich in Nervenzellen zu differenzieren, Entzündungen zu reduzieren und das Wachstum von Nervenfasern zu fördern.

Gen- und Zelltherapie: Durch die gezielte Modifikation von Genen oder die Verwendung von viralen Vektoren wollen Forscher defekte Gene korrigieren oder neue Gene in Zellen einführen. Bei neurodegenerativen Erkrankungen könnte dies dazu beitragen, den Zelltod zu verhindern, die Funktion von Nervenzellen zu verbessern oder sogar verlorene Zellen zu ersetzen.

Biomaterialien und Tissue Engineering: Die Kombination von Stammzellen mit Biomaterialien, wie Hydrogelen oder Nanofasern, kann die Regeneration von Nervenzellen unterstützen. Diese Materialien bieten eine dreidimensionale Struktur, in der sich Zellen ansiedeln und ausbreiten könnten. Sie könnten mit Wachstumsfaktoren und anderen bioaktiven Molekülen beladen werden, um das Überleben und die Differenzierung von Stammzellen zu fördern. Tissue Engineering kann somit dazu beitragen, eine geeignete Umgebung für die Regeneration von Nervengewebe zu schaffen.

Neuroprotektive Therapien: Ein weiterer Ansatz in der Regenerationsmedizin besteht darin, die überlebenden Nervenzellen vor weiteren Schäden zu schützen. Durch die Verwendung von Antioxidantien, entzündungshemmenden Substanzen und Wachstumsfaktoren zielen diese Therapien darauf ab, den Fortschritt der neurodegenerativen Erkrankungen zu verlangsamen und die Selbstheilungskapazitäten des Gehirns zu unterstützen.

Gehirnstimulationsverfahren: Sie gelten mittlerweile als große Hoffnungsträger, da ihre Forschung zu Wirksamkeit und Sicherheit rasch voranschreitet. Vor allem die Transkranielle Pulsstimulation (TPS) bietet Betroffenen bereits heute die Möglichkeit, ambulant und ohne stationären Aufenthalt sowie ohne operative Eingriffe behandelt zu werden.

In Studien und Untersuchungen konnte bereits gezeigt werden, dass die Transkranielle Pulsstimulation der Reduktion der kortikalen Atrophie entgegenwirkt (Quellennachweis) und die Stimulation der Neuroplastizität fördern kann. Zudem kann TPS zu einer Verbesserung der Gehirnleistung bei Patient:innen mit Alzheimer-Demenz führen und eine Verbesserung des axonalen Status im stimulierten Bereich zeigen.

Herausforderungen und Zukunftsaussichten

Obwohl die Regenerationsmedizin bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen vielversprechend ist, gibt es immer noch viele Herausforderungen, die überwunden werden müssen. In den kommenden Jahren wird eine deutliche Zunahme von klinischen Studien erwartet, die die Sicherheit und Wirksamkeit dieser neuen Therapien untersuchen, um die aktuelle Evidenzbasis weiter zu verbessern.

Fazit

Die Regenerationsmedizin eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen, indem sie die körpereigenen Heilungs- und Regenerationsprozesse fördert. Die Verwendung von Stammzellen, Gen- und Zelltherapie, Biomaterialien und Therapieansätzen wie der TPS zeigen vielversprechende Ergebnisse in klinischen Studien und Beobachtungsuntersuchungen. So besteht die Hoffnung, dass fortschrittliche Technologien in naher Zukunft das Leben von Millionen von Menschen, die an diesen bisher noch unheilbaren Erkrankungen leiden, verbessern können.

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